Über uns | Veranstaltungen | Nationales Forum Jugend und Medien
Digitale Medien sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, in der sie spielen, lernen, sich austauschen und ihre Identität entwickeln. Den Erwachsenen kommt die Aufgabe zu, sie bei der Entdeckung dieser Welt zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, einen kritischen, verantwortungsvollen und sicheren Umgang damit zu entwickeln. Für Eltern wie für Bezugspersonen sind mit dieser Aufgabe auch Fragen verbunden:
Was tun Kinder und Jugendliche online? Welche Auswirkungen haben digitale Medien auf ihre Entwicklung und ihr Wohlbefinden? Was können Eltern und Schulen tun und wofür sind die Plattformen verantwortlich? Wie können wir Jugendliche schützen, ohne ihre Rechte auf Teilhabe, Information und freie Meinungsäusserung zu beeinträchtigen? Wie können Fachpersonen Eltern und Bezugspersonen am besten unterstützen? Wie lassen sich alle Familien mit Präventionsbotschaften erreichen?
Anlässlich des 6. Nationalen Forums Jugend und Medien werden diese und viele weitere aktuelle Aspekte rund um die Chancen und Risiken der Mediennutzung beleuchtet und diskutiert.
Weiter unten finden Sie die Beschreibungen der Präsentationen und Workshops sowie die Anmeldeinformationen.
Jugendliche nutzen soziale Plattformen für alltägliche soziale Kontakte. Der Austausch von Nachrichten, Videos, Musik und lustigen Memes ist fester Teil ihres Tagesrhythmus geworden – Jugendkulturen werden heute online gepflegt. Das Teilen unterschiedlicher Inhalte schafft ein Universum gemeinsamer Bezugspunkte und fördert gegenseitige Anerkennung, es wird zu einem wichtigen Teil des Erwachsenwerdens und der Auseinandersetzung mit dem Leben in der Jugendzeit.
Dieser Beitrag ermöglicht ein kurzes Eintauchen in die Art und Weise, wie Jugendliche Inhalte in den sozialen Medien produzieren und rezipieren und zeigt die Komplexität der dort stattfindenden Identitätsbildung auf.
Referentin:
Prof. Claire Balleys, Professorin an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Genf und Direktorin des Medialab, Institut für Kommunikation und digitale Kulturen
Medialab
Wie können Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürger*innen in einer digitalen Demokratie werden? Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen sind notwendig, um digital-analoge Öffentlichkeiten kritisch, verantwortungsvoll und partizipativ mitzugestalten? Diskutiert werden Informations- und Medienkompetenz, algorithmisches Verständnis, digitale Partizipation sowie der kritisch-reflektierte Umgang mit Desinformation, Plattformlogiken und KI-basierten Systemen. Daran anschliessend stellt sich die Frage, welche Rolle die Schule und ausserschulische Bildungsorte bei der Förderung demokratischer Teilhabe in digitalen Räumen übernehmen können und sollen. Das Referat präsentiert aktuelle Konzepte einer «Digital Citizenship Education», gibt Einblick in empirische Forschungsergebnisse und stellt erprobte Praxisansätze zur Diskussion.
Referentin:
Prof. Dr. Monika Waldis, Leiterin Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik, Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz
Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik
Soziale Netzwerke haben die Art und Weise, wie Jugendliche kommunizieren, sich informieren und ihre Identität entwickeln, tiefgreifend verändert. Wie wirkt sich die Nutzung dieser Plattformen auf das Wohlbefinden junger Menschen aus? Wie lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rechten wie Meinungsfreiheit, Teilhabe und Information einerseits und dem Schutzbedürfnis andererseits herstellen? Was würde ein Verbot des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Jugendliche in der Schweiz bedeuten? Welche Folgen wären zu berücksichtigen? In diesem Panel sollen diese und weitere Fragen gemeinsam mit Fachpersonen diskutiert werden.
Prof. Dr. Daniel Süss, Stv. Direktor, Leiter des Instituts für Mensch, Gesellschaft & Technologien (IMGT), Co-Leiter der Fachgruppe Medienpsychologie, Professor für Medienpsychologie, ZHAW
Prof. Claire Balleys, Professorin an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Genf und Direktorin des Medialab, Institut für Kommunikation und digitale Kulturen
Dr. med. Oliver Bilke-Hentsch, Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie, Mitglied der Geschäftsleitung, Luzerner Psychiatrie
Sofija Stevanovic, B.Sc.-Studentin Angewandte Psychologie, Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen sowie des Swiss Youth IGF
Soziale Netzwerke sind für junge Menschen ein Ort der Sozialisierung, der Information und der Kreativität. Die derzeitigen Plattformen wurden jedoch in erster Linie nach den Gesichtspunkten der Nutzerbindung und der Gewinnmaximierung konzipiert. Wie könnten sichere soziale Netzwerke für Jugendliche aussehen? Was muss sich ändern? Welche Grundsätze, Änderungen, Mechanismen und technologischen Lösungen müssten eingeführt werden? Und wie können junge Menschen am besten auf die Nutzung dieser Plattformen vorbereitet werden? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Panel gemeinsam mit Fachpersonen diskutiert werden.
Laurent Sedano, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ZHAW Soziale Arbeit
Dr. Angela Müller, Geschäftsleiterin AlgorithmWatch CH
Dr. Anne-Linda Camerini, Forscherin und Dozentin, Institute of Public Health, Università della Svizzera Italiana (USI)
Digitale Kompetenzen gelten zunehmend als fester Bestandteil der «Digital Citizenship Education». Die «Erziehung zur digitalen Staatsbürgerschaft» zielt darauf ab, dass die Bevölkerung im Umgang mit Technologien und Medien bewusst, kritisch und verantwortungsbewusst handeln kann. Dazu sollen grundlegende Rechte wie das Recht auf Meinungsäusserung und Meinungsfreiheit gefördert werden. Doch wie können wir Schüler*innen dabei unterstützen, sich in einem von Inhalten überfluteten Kontext eine eigenständige, fundierte Meinung zu bilden? Welche Herausforderungen stellen soziale Netzwerke und KI-Tools für die Meinungsbildung dar? Dieses Subplenum regt zum Nachdenken über die Ziele der digitalen Staatsbürgerschaft und der Didaktik der Meinungsbildung an.
Stéphane Koch, Digital Literacy Coach und Experte für digitale Fragen
Prof. Dr. Franziska Oehmer-Pedrazzi, Co-Leiterin, MILEVA Institut für Digitales und Gesellschaft
Dr. Stefano Pedrazzi, Co-Leiter, MILEVA Institut für Digitales und Gesellschaft
MILEVA Institut
Olivier Solioz, Vizepräsident des Westschweizer Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SER)
Luca Botturi, Professor für Medienpädagogik, SUPSI
In vielen Familien wirft die Nutzung digitaler Medien Fragen auf und birgt Konfliktpotenzial. Die beiden Organisationen Action Innocence und Declick bieten Eltern kostenlose Beratungsangebote zur Unterstützung und Begleitung in diesem vielfältigen Themenbereich.
In diesem Workshop stellen die Referentinnen beide Angebote vor und erläutern, mit welchen Anliegen und Fragestellungen seitens der Eltern sie konfrontiert sind und wie sie darauf reagieren. Anschliessend werden die Teilnehmenden dazu eingeladen, das Angebot und die damit verbundenen Herausforderungen selbst zu erkunden.
Carole Barraud Vial, Leiterin Bereich Prävention (Pôle prévention), Action Innocence
Caroline Barras, Ansprechperson CitÉcrans, Action Innocence
Action Innocence
Marie Reynard, Projektverantwortliche, Declick
Marion Monnet-Schild, Direktorin, Declick
Declick
In jüngster Zeit wird in der Kinder- und Jugendarbeit und darüber hinaus intensiv über Ansätze von aufsuchender Arbeit online diskutiert. Damit sind Angebote gemeint, in denen Fachpersonen Kinder und Jugendliche ausschliesslich oder bevorzugt über digitale Plattformen erreichen und sie dort begleiten. Mittlerweile werden unterschiedliche Ansätze praktiziert oder entwickelt.
In diesem Subplenum werden verschiedene Formen von Aufsuchender Arbeit online vorgestellt und mit einer einordnenden wissenschaftlichen Perspektive zusammengebracht. Projektträgerschaften stellen ihre Ansätze kurz vor und diskutieren anschliessend Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Spezifika wie auch Erfahrungen.
Dr. Eike Rösch, Medienpädagoge und Erziehungswissenschaftler, Radarstation - Fachstelle für Soziokultur und Digitalität
Radarstation
Sexualisierte Gewalt ist kein ausschliessliches Phänomen sozialer Netzwerke. Allerdings reproduzieren und verstärken digitale Räume geschlechtsspezifische Gewalt. Mädchen sind häufig sexistischen Kommentaren ausgesetzt und Opfer von - ohne ihre Zustimmung - veröffentlichten sexuellen Inhalten. Jungs hingegen sehen sich mit Diskursen konfrontiert, die traditionelle Männlichkeit verherrlichen und Geschlechterstereotypen verstärken.
Der Workshop befasst sich mit diesen Phänomenen und ihren Auswirkungen auf junge Menschen. Anschliessend lernen die Teilnehmenden Instrumente kennen, die Fachkräften zur Verfügung stehen, um junge Menschen (insbesondere junge Männer), bei ihrer Suche nach Orientierung und Vorbildern zu begleiten.
Morgane Bonvallat, Projektleiterin, Public Discourse Foundation
Public Discourse Foundation
Michael Koger, Co-Leiter, OH BOY* Fachstelle für geschlechterreflektierte Jungenarbeit
Kambez Nuri, Co-Leiter, OH BOY* Fachstelle für geschlechterreflektierte Jungenarbeit
OH BOY*
KI-gestützte Mental-Health-Apps versprechen niederschwellige Unterstützung, werfen aber auch wichtige Fragen zu Evidenz, Datenschutz, Sicherheit und Verantwortung auf. In diesem Workshop ordnen wir digitale Interventionen in Relation zu weiteren Beratungs- und Behandlungsangeboten des Gesundheitssystems ein und diskutieren, wo Apps Beratung sinnvoll ergänzen können und wo Grenzen liegen. Am Beispiel von ephoria wird gezeigt, wie Check-ins, KI-gestützte Gesprächsverläufe, ressourcenorientierte Übungen und Notfallfunktionen zusammenspielen. Im Anschluss können die Teilnehmenden die App selbst testen und reflektieren Einsatzmöglichkeiten, Risiken und offene Fragen für die Praxis.
Gregor Waller, Co-Leiter Fachgruppe Medienpsychologie, ZHAW
Mirjam Jochim, Wissenschaftliche Assistentin, Fachgruppe Medienpsychologie, ZHAW
Webseite zur App ephoria
Die Forschung zur digitalen Mediennutzung im Kleinkindalter wächst rasant. Doch eine zentrale Frage bleibt offen: Erreicht dieses Wissen wirklich die Familien, die es am meisten brauchen und nützt es ihnen etwas? Dieser Workshop beginnt mit einem kompakten Überblick über den aktuellen Forschungsstand: Ergebnisse der SWIPE-Studie zur Mediennutzung von Schweizer Kleinkindern und deren Familien, ergänzt durch aktuelle internationale Befunde. Darauf aufbauend arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen an zentralen Fragen des Praxistransfers. Wie könnte eine wirksame Präventionskampagne zur Bildschirmnutzung von Kindern aussehen, und welche Kernbotschaft sollte sie tragen? Welche Fachpersonen aus dem Kinderbereich können welche Rolle übernehmen? Wie können vulnerable Familien erreicht werden?
Fabio Sticca, Prof. Dr. für Diagnostik und Förderung sozio-emotionaler und psychomotorischer Entwicklung, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
Nevena Dimitrova, PhD, Professeure HES associée, Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL / HES-SO)
Eva Unternaehrer, PhD, Kinder- und Jugendpsychiatrische Forschungsabteilung Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) Universität Basel
Tiffany Brunner, Senior Marketing Managerin Brand, Pro Juventute
SWIPE-Studie
Dieser Workshop nimmt Onlineaggressionen in mediatisierten Peergroups in den Blick. Anhand qualitativer Interviewdaten aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt “Fair oder fies?” (FHNW/ZHAW) werden gemeinsam konkrete Situationen analysiert, in denen Onlineaggressionen als Form jugendkultureller Grenzarbeit sichtbar werden. Der Workshop bietet einen interaktiven Reflexionsraum, um Onlineaggressionen aus einer jugendkulturellen Perspektive als zentrale Aushandlungsprozesse zu begreifen. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wie jugendliche Perspektiven in der (sozial-)pädagogischen Auseinandersetzung mit digitalen Konfliktdynamiken gestärkt werden können.
Laura Baumann, Wissenschaftliche Assistentin, Fachgruppe Medienpsychologie, ZHAW
Fabienne Valaulta, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Pascal Streule, Wissenschaftlicher Assistent, Fachgruppe Medienpsychologie, ZHAW
Online-Aggressionen: Fair oder fies?
Videospiele sind vielseitig: sie dienen der Unterhaltung, ermöglichen das Entdecken neuer Welten, bieten Lerngelegenheiten und häufig auch die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Für wenige Spielende hat das Gamen jedoch negative Konsequenzen für ihr Alltagsleben, insbesondere für ihre psychische Gesundheit. Wann und warum wird die Nutzung von Videospielen für Kinder und Jugendliche zum Problem? Welche Risiken sollte man im Auge behalten bezüglich der psychischen Gesundheit? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Videospielnutzung und ADHS – und welche Effekte hat das Gamen auf vulnerable junge Menschen? Was können Eltern tun, um ihre Kinder möglichst gut zu begleiten?
Joël Billieux, Ph.D., Professor für klinische Psychologie, Psychopathologie und psychologische Beurteilung, Institut für Psychologie, Universität Lausanne
Christiane Willemeit, Fachperson Medienkompetenz, Pro Juventute
Wie beteiligen sich Jugendliche heute politisch im digitalen Raum – und was wird dabei häufig übersehen? Im SNF-Forschungsprojekt Youth Online Participation (YouOnPart) wird untersucht, wie Jugendliche (von 14 bis 19 Jahren) aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin ihre Online-Partizipation wahrnehmen und gestalten. Zu Beginn des Workshops werden zentrale – und teilweise überraschende – Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts kurz vorgestellt. Im Rahmen eines World Cafés diskutieren die Teilnehmenden zugespitzte und kontroverse Thesen in Kleingruppen. Ziel ist es, Spannungsfelder sichtbar zu machen, unterschiedliche Perspektiven zu bündeln und konkrete Ansatzpunkte für die Praxis zu identifizieren.
Dr. Kevin van Loon, Dozent Bildungswissenschaften, Pädagogische Hochschule FHNW
Dr. Magdalene Schmid, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Lina Stallmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Luisa-Marie Geier, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Pädagogische Hochschule FHNW
Youth Online Participation
Anmeldeschluss: 16. Oktober 2026.
Die Anzahl Plätze für die Tagung ist begrenzt.
Alle Teilnehmenden können sich für zwei Workshops bzw. Subplenen oder Panels (eine Serie vormittags, eine Serie nachmittags) anmelden.
Französisch und Deutsch mit Simultanübersetzung.
CHF 200 für Fachpersonen
CHF 100 für Studierende
Die Dokumentation und die Verpflegung sind in den Anmeldekosten enthalten. Die Präsentationen werden nach der Tagung auf jugendundmedien.ch verfügbar sein.
Bis zum 20. Oktober 2026 (Datum des Poststempels bzw. Eingang der E-Mail) wird bei einer Stornierung der Registration eine Gebühr von CHF 50.00 in Rechnung gestellt. Bei einer Stornierung nach diesem Datum wird der gesamte Rechnungsbetrag der Registration fakturiert. Abmeldungen sind per E-Mail an jm26@viva-management.ch oder schriftlich an Viva Management GmbH, Forum Jugend und Medien 2026, Kramgasse 16, 3011 Bern zuzusenden. Rückerstattungen werden per Banküberweisung, bei Kreditkarte und per Rückbelastung gutgeschrieben.
Letzte Aktualisierung des Textes am 09.07.26